Lionel Weber stand diese Woche in Alicante (Spanien) an der Europameisterschaft im Einsatz. Mit zwei Siegen und einer Niederlage konnte er dank dem besseren Satzverhältnis seine Gruppe gewinnen und sich erstmals in seiner Karriere für das Hauptfeld einer Europameisterschaft qualifizieren.

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Dort traf der Reinacher, welcher diese Saison wieder für den TTC Rio-Star Muttenz in der NLA aufschlagen wird, auf niemanden geringeren als den Rekordeuropameister Timo Boll. Der Deutsche Ausnahmeathlet steht momentan auf dem vierten Rang der Weltrangliste und ist trotz langer Verletzungspause einer der grossen Favoriten auf den Titel. Weber liegt auf dem 127. Rang der Weltrangliste und startete als klarer Aussenseiter in die Partie. Der Schweizer startete jedoch frech in die Partie und überraschte den Favoriten oft mit seinen schnellen Gegenangriffen sowie seiner starken Vorhand. Nachdem der erste Satz noch mit 7:11 verloren ging, zeigte Weber im zweiten Satz seine komplette Klasse und konnte diesen mit 11:6 für sich entscheiden. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, Weber hatte im dritten Satz sogar Satzball zur 2:1 Führung, musste sich dann aber ganz knapp mit 13:11 geschlagen geben. Ein entscheidender Wendepunkt, Boll fand daraufhin besser in die Partie und liess Weber nicht mehr viele Möglichkeiten das Spiel selber in die Hand zu nehmen. Trotzdem stellte Lionel Weber einmal mehr seine herausragenden Qualitäten unter Beweis und zeigte wieder eine hervorragende Partie gegen einen Topspieler. Er selber meinte nach dem Spiel: "Es war toll zu sehen, dass wenn ich mein Maximum abrufen konnte und viel Risiko gegangen bin mithalten konnte. Noch gelang es mir aber nicht über das ganze Spiel das hohe Niveau zu halten." Mit 22 Jahren hat der Baselbieter jedoch noch weiteres Potenzial nach oben und man darf gespannt sein ob es ihm gelingt als erster Schweizer Spieler seit über zwanzig Jahren den Sprung in die Top-100 der Welt zu schaffen. Der Deutsche Topspieler Boll meinte nach dem Spiel: "Das war der erwartet zähe Auftakt. Mein Gegner hat zudem ganz gut gespielt, er hat mich zeitweise wie einen Anfänger aussehen lassen. Ich habe dann etwas präziser gespielt und besser ins Spiel gefunden. Ich bin froh über jeden Satz, den ich hier nach meiner Verletzung spielen kann. Bei eigenem Aufschlag ging es ganz gut. Aber wenn ich nicht genau weiss, was vom Gegner kommt, habe ich meine Probleme." Ein grosses Kompliment vom sechsfachen Europameister. Erstmals wieder in Muttenz im Einsatz stehen wird Weber bei seinem ersten NLA-Heimspiel am 28. Oktober. Gegner dort wird der STT Lugano sein, Spielbeginn ist um 14:00 Uhr.

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